Mahatma Gondi

Fußball und Kneipe: Das gehört einfach zusammen! Doch müssen wir in unserem Fall noch etwas weiter ausholen und konstatieren: Sport und Kneipe das passt einfach.
Denn so waren es keine 11 Freunde, sondern der Artist Oskar von den drei Gondis, der die gleichnamige Kneipe schon in den 1950er Jahren eröffnete.
Legenden aus dieser Zeit erzählen, dass das Bier den Weg zum Gast schon mal per Rad oder Salto über den Tresen fand. Und dass unser Schwein den Weg zur Arbeit seit eh und je aus einer Kanone heraus antritt, lässt auch bis heute noch an die artistischen Anfangszeiten erinnern. In der Folge aber hielt eine gewisse Bodenständigkeit Einzug im Gondi-Schuppen. Dies beweist wohl nichts besser, als der Fakt, dass die personifizierte Bodenständigkeit Uwe Seeler, während er noch Adidas-Treter verhökerte, regelmäßig sein Feierabend-Bier im Gondi bestellte. Der ein oder andere Seemann betitelte unser Etablissement gar als die „letzte Kneipe vor New York“. Das ist vielleicht sogar ein bisschen zu viel der kosmopolitischen Aufgeladenheit. Aber natürlich darf jeder seine ganz eigenen Assoziationen zur kleinen traditionellen Kneipe haben. Und ein bisschen ehrt es die Stadt wohl auch, in einem Atemzug mit dem Gondi genannt zu werden.
Naja, inzwischen sind einige Jahrzehnte ins Land gezogen und die kleine Kneipe am Ende der Neustadt widersetzt sich nach wie vor gekonnt der profitorientierten Erlebnisgastronomie. Mittlerweile wird das Gondi von fünf „Möchtegern-Artisten“ weitergeführt, deren größtes Kunststück darin besteht, den Zapfhahn soweit runter zu drücken, dass jeder Gast ein vernünftiges Bier vor sich hat. Aber das (!) meine Freunde und da sind wir uns wohl alle einig, ist kein zu vernachlässigendes Kunststück. Und wie das eigentlich mit der Kneipenmannschaft und dem Gondi so kam…vielleicht im nächsten DAM-Heft!