Senile kickt

Senile kickt: „Patellasehne überbewertet.“

Bei seinem ersten Auftritt in Bremen anno 2003 zeichnete sich das Team durch technisch-taktisches Können, Eleganz, rasche Auffassungsgabe und Spielintelligenz aus. Doch dann zwang der unerbittlich nagende Zahn der Zeit zu einer Verstärkung der Abwehr auf Kosten des Kreativbereichs. Nach vehementen Forderungen der Zuschauer, dynamischen Angriffsfussball zu spielen, stellte Senile kickt nach der Bolz-WM 2006 auf kontrollierten Bierausschank und ein modifiziertes WM-System um. Das schon damals als zu schablonenhaft geltende System zerbrach, als einige Spieler dem Lockruf des Geldes ins ferne Ausland folgten; seitdem befindet sich das Team in einer Umbruchphase.
Wie die Fotos zeigen, beherrschen marode Knie, blaue Zehen und Wohlstandsbäuche das Bild. Manche Spieler haben die Trainer-Laufbahn eingeschlagen und coachen – erfolg- und zuschauerlos – in fernen Europa-League-Stadien. Besonders bitter: Seit Jahren gelingt kaum ein Feldtreffer (das Bild zeigt R. beim Elfmeter-Tor).
Diesen Trend gilt es zu stoppen – mit einer Spielordnung, bei der bei Ballbesitz sieben, acht Spieler in die gegnerische Hälfte stürmen, ebenso viele bei Ballverlust Angriffe abwehren und ihre Positionen in der Raumdeckung verschieben. Gegner, die es aus dieser Grundkonzeption heraus nicht verstehen, den Ball doppelkettig vertikal gegen falsche Neuner zu pressen, werden unserer Taktik zum Opfer fallen…